Der hinterste Nordosten Polens präsentiert sich Radreisenden als stilles und verträumtes Fleckchen Erde. Ab dem Westlichen Bug, einem bedeutenden Nebenfluss der Weichsel bis hin zum litauisch-weißrussischen Grenzgebiet werden Radfahrer von kleinen Dörfern und ausgedehnten Wäldern begrüßt. Gemächlich mäandernde Ströme wie der Narew dominieren das Erscheinungsbild dieser historischen Landschaft. An den Ufern tummeln sich während der Sommermonate Sonnenhungrige und plantschende Kinder – die Reisenden sollten sich deren Vergnüglichkeiten anschließen und ebenfalls im stillen Narew Erfrischung erfahren. Alsdann können bei einem Streifzug durch die Häuserzeilen der spätgotische Dom und das „Muzeum Okregowe“ bestaunt werden. Die Ausstellung zeigt archäologische Funde aus der Region und beschäftigt sich darüber hinaus mit ethnografischen Themen. Herzstück und Besuchermagnet meint allerdings die Bernsteinkollektion.

Wunderhübsches Podlachien: Die Gegend rund um Hajnówka

Im Gegensatz zum Rest Polens meint Hajnówka eine hauptsächlich von Orthodoxen bewohnte Stadt. Mit dem Fahrrad fährt man an den verspielten Kuppeln der wuchtigen Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit vorüber und erfährt so eine der Einzigartigkeiten Podlachiens. Das Gotteshaus gilt als das schönste seiner Art – landesweit. Freunden orthodoxer Kirchenmusik sei ein Besuch angeraten. In regelmäßigen Abständen veranstaltet die Gemeinde international beachtete Konzerte und Sängertreffen. Die Akustik im Kircheninneren ist beinahe überirdisch. Auf Radreisen in Polen sollte natürlich auch der Naturgenuss nicht zu kurz kommen. Garant für atemberaubende Impressionen ist die Fahrt durch den Bialystok-Nationalpark. Abgesehen vom innersten Zirkel des Schutzgebietes, ist jenes für Wanderer und Radreisende frei zugänglich. Der letzte Tiefland-Urwald des grünen Kontinents versteht es jeden Besucher zu verzaubern und beheimatet selten gewordene Tierarten. Aushängeschild und ganzer Stolz der Nationalparkverwaltung sind die Wisente. In kleinen Familienverbänden ziehen die sanften Riesen durch die naturbelassenen Wälder. Wer ihnen plötzlich gegenübersteht, wird sicherlich respektvoll und fasziniert den Atem anhalten.

Bialystok – barockes Juwel inmitten sattgrüner Felder

Gut 80 Kilometer trennen den Bialystok-Nationalpark vom gleichnamigen wirtschaftlichen und geschichtlichen Zentrum Podlachiens. Auf dem Weg von den Wisenten zu den Prachtbauten der Metropole durchqueren die Radreisenden üppiges Acker- und Weideland. Auf Feldwegen und kleinen, nur wenig befahrenen Nebenstraßen gleitet man an riesigen Getreidefeldern vorüber und hunderte Kühe beäugen neugierig die Besucher. In der Stille der bäuerlichen Idylle verweilend, sieht man schon aus der Ferne die Türme Bialystoks in den Himmel wachsen. Ausführliche Informationen bezüglich der Übernachtungsmöglichkeiten in jener Region finden sich beispielsweise unter www.naturetravelreisen.de. Ist die Stadtgrenze erreicht, stehen die Besichtigung des imposanten Branicki-Palasts sowie des barocken Rathauses auf dem Programm. Auch das sogenannte Dom-Ensemble gehört zu jenen Örtlichkeiten, die man in Podlachien unbedingt gesehen haben muss. Entschleunigung und kulinarische Leckerbissen erfahren die sportlichen Gäste auf dem weitläufigen Marktplatz. Er gibt den Blick auf die rötlich leuchtende Erzbischöfliche Basilika St. Himmelfahrt frei und wird von ebenso bunten wie prächtigen Patrizierhäusern umarmt.