Die enge Verzahnung von Berg und Meer, die nördliche Lage und die wunderhübsche Natur machen das Königreich Norwegen zu einer idealen Destination für Wintersportler. Weil das Nordland zwischen November und März bis an die Küsten hinab über eine hohe Schneesicherheit verfügt, stehen unzählige Schneeschuhwander-Touren zu Auswahl. Nachfolgend einige der Empfehlenswertesten.

Winterliches Wandern auf den Lofoten

Norwegen Polarlichter

Ein wirkliches Spektakel: Polarlichter bei Nacht in Norwegen auf den Lofoten

Wer beim Schneeschuhwandern auf Polarlichter treffen möchte, begibt sich auf die Inselgruppe der Lofoten. Der Archipel besteht aus 80 Eilanden, liegt rund 200 Kilometer nördlich des Polarkreises und ragt weit in den Nordatlantik hinaus. Einige der schönsten Wandermöglichkeiten begegnen passionierten Wintersportlern in Svolvaer. Die kleine Küstenstadt liegt auf Austvagoy und wird von steil aufragenden Bergketten umarmt. Vom Ortsrand des Fischerstädtchens aus wandern konditionell starke Urlauber um die Flanken des Kongstinden und weniger Ambitionierte erklimmt die kleine Anhöhe des Tjeldbergtinden. Die Panoramen der falunroten Häuser und tiefblauen Wellen sind auf beiden Touren atemberaubend schön.

Unvergleichlich: Schnee auf dem Preikestolen

Im Sommer den Preikestolen nahe Stavanger zu besteigen, gehört bei einer Norwegen-Reise mittlerweile zu den Must-Does. Doch auch in der kalten Jahreszeit freut sich der markante Felsen über Gipfelstürmer. Vom Parkplatz in Preikestolhytta folgen die Naturgenießer dem ausgeschilderten Pfad und überwinden bis zur weltberühmten Kanzel 330 Höhenmeter. Wer sich dieser vier- bis fünfstündigen Herausforderung stellen möchte, sollte also eine gute Kondition besitzen, körperlich fit sein und auf eine geführte Tour mit Guide zurück greifen. Auf dem Preikestolen angekommen, eröffnet sich eine der atemberaubendsten und bizarrsten Landschaften Nordeuropas. Gut 600 Höhenmeter unter den Wanderern glänzt der Lysefjord in der Sonne und meterhohe Schneewechten zieren die umliegenden Bergmassive.

Tierisch genuss– und eindrucksvoll – Schneeschuhwandern auf dem Dovrefjell

Wie ein gewaltiger Riegel, der dem Reisenden den Weg gen Nordnorwegen zu versperren versucht, erhebt sich das Dovrefjell am Ende des Gudbrandsdalen. Der Gebirgsstock steigt bis auf 2286 Meter an und besteht vorwiegend aus weitläufigen Tundren. Wo im Sommer Schafherden weiden, finden Skitourengeher und Schneeschuhwanderer den Winter über perfekte Bedingungen vor. Eine der beliebtesten, wenn auch anstrengendsten Etappen ist jene auf den Snohetta. Die höchste Erhebung des Dovrefjells liegt im Zentrum des gleichnamigen Nationalparks und wartet mit vier eigenständigen, markanten Gipfeln auf. Zu deren Füßen werden Schneeschuhwanderer absonderliche Spuren im Schnee entdecken. Jene stammen von der einzigen in Europa heimischen, freilebenden Moschusochsenherde. Mit etwas Glück zeigt sich sogar eines der massigen, zottigen Tiere.

Rund um Lillehammer

Die Kleinstadt am Nordufer des Mjosa-Sees ist als ehemaliger Olympia-Austragungsort geradezu prädestiniert für winterliche Reisen. Mehrere Skigebiete und unzählige Langlaufloipen liegen in unmittelbarer Umgebung. Weil der Mjosa jeden Winter zufriert, empfiehlt sich das Gewässer als stimmungsvolle Location für einen Tagesausflug. Die Kommune spurt Loipen über die tiefverschneite Eisfläche und legt auch einen Fahrstreifen für Schlittschuhläufer an. So können Familien nebeneinander her laufen, während jeder ein anderes Sportgerät benutzt. Schneeschuhwanderungen, die die eigenen, körperlichen Grenzen austesten, halten die Höhenzüge nördlich des Stadtzentrums bereit. Zunächst geht es hinauf zur weitum sichtbaren Lysgards-Schanze und dann durch tief verschneite Wälder bis zum knapp 10 Kilometer entfernten, 1089 Meter hohen Nevelfjell. Der Waldberg liegt oberhalb des Reinsvatnet und bietet neben meditativer Stille auch zauberhafte Aussichten.

Schneeschuhwandern in Norwegen: für jeden Reisenden das Passende

Die Natur gibt in Skandinavien den Ton an. Weil Norwegen dünn besiedelt aber extrem gebirgig ist, dürfen Wintersportler aus einem bunten Reigen unterschiedlichster Wanderziele wählen. Anstrengende Gipfeltouren, gemächliche Höhenwege und mehrtägige Schneeschuhausflüge in die entlegenen Nationalparks – das raue Königreich im Hohen Norden ist die personifizierte, sportliche Vielfalt.